Wir haben uns bereits vor über zwanzig Jahren für eine naturnahe Bewirtschaftung entschieden und als Verwalter ein führendes toskanisches Weingut im Chianti Classico Gebiet auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Wir tun dies aus Überzeugung und aus Respekt vor der  Natur, deren Artenvielfalt mit der biologischen Bewirtschaftung zunimmt und so ihr natürliches Gleichgewicht findet und bewahrt. Gleichwohl haben wir in Colle Castagno bewußt auf die Bio-Zertifizierung unserer Weinberge verzichtet.

Dies bedarf der Erläuterung:
In den vergangenen Jahrzehnten haben wir als Berater führender Bioweingüter in Italien und Bioweinhandelshäusern in Europa die Entwicklung der Biorichtlinien und ihre Umsetzung begleitet und aufmerksam verfolgen können. Zu unserem großen Bedauern haben wir mit ansehen müssen wie der Biogedanke immer mehr von wirtschaftlichen und geschäftlichen Interessen verdrängt und die Regelwerke nicht selten umgangen werden. Die Regelungswut, das Bedürfnis staatlicher Stellen aber auch privater Unternehmen, durch eigene Regelwerke die Ansprüche an die Arbeit der Winzer immer weiter bis zur Unmöglichkeit herauf zuschrauben, mussten zwangsläufig zu diesen Tendenzen führen. Darüber hinaus wurde die eigentliche Wahrheit, dass die immer weiter fortschreitende Entwicklung zu ausgedehnten Monokulturen weitaus grösseren und irreversiblen Schaden anrichtet als der Winzer, der zu Rettung der Ernte einmal sein Kupferkontingent im Interesse des Betriebes und  seiner Mitarbeiter überschreitet. Die seit einigen Jahren im Raum stehende  Forderung nach Schaffung sog. biologischen Hotspots und Rückzugsflächen für Insekten und Tieren hat vielerorts gleichsam zu Karikaturen des Biodiversitätsgedanken geführt.
Zudem halten wir es für einen gefährlichen Irrglauben, dass dem mit dem Biogedanken eng verknüpften Wunsch nach regionaler Besonderheit , der Bewahrung autochtoner Rebsorten und ihrem unverwechselbaren Charakter dadurch entsprochen werden könnte, in einem Versuchsfeld in Deutschland oder der Schweiz Regeln aufzustellen und deren Einhaltung für Rebberge in ganz Europa zu fordern.


Von einer biologischen Bewirtschaftung profitiert unser Weingut gleich mehrfach:

  • Winzer, die mit ihren Rebbergen sorgfältig und rücksichtsvoll umgehen, ernten in der Regel  gesündere und hochwertigere Trauben. Die einzelne Pflanze wird widerstandsfähiger , die Weine umso authentischer und differenzierter. Chemische Spritzmittel werden überflüssig.
  • Die Verarbeitung der Ernte zum Wein gestaltet sich einfacher, da die Trauben von fremden Einflüssen wie Spritzmittelrückständen frei sind und auf ganz natürliche Art vergären.
  • Die Belastung der Umwelt in den vergangenen Jahren hat ein Ausmass angenommen das noch viele Generationen beschäftigen wird. Durch den biologischen Anbau sorgen wir aktiv für den Schutz natürlicher Ressourcen.
  • Der biologische Anbau schützt nebst Fauna und Flora auch unsere Mitarbeiter, die in den Reben arbeiten. 

 
Dementsprechend haben wir für Colle Castagno entschieden,  dem Regelwerk unseres kleinen Mikrokosmos zu folgen und verzichten selbstverständlich auf Insektizide und Herbizide sowie  synthetische Pflanzenschutzmittel.
Die Lage von Colle Castagno in der südlichen Maremma, wo oft die Sonne scheint, während der Sommer- und Herbstmonate wenig Feuchtigkeit auftritt und der Wind die Trauben nach einem Regen rasch trocknet, bietet uns optimale Bedingungen, um die Rebberge in diesem Sinne zu bewirtschaften.
Colle Castagno wurde vor über 200 Jahren von einer einfachen toskanischen Bauernfamilie zum Leben erweckt. Natürlich musste auch hier Wald geopfert werden, um Raum für Weizen, Weiden, Oliven, Reben, Obstbäume und Gemüsegärten zu schaffen. All dies geschah aber behutsam im Sinne einer optimalen Biodiversität, wie auf einer Luftaufnahme unseres Betriebes leicht zu ersehen ist. 100jährige Eichen –auf dem Gelände verteilt-  prägen auch heute noch den Charakter, keine zusammenhängende Rebfläche erreicht zwei Hektare. Sehr viele der am Monte Amiata vorkommenden Blumen, Kräuter und Nutzpflanzen sind bei uns am Wegesrand und im Weinberg zu finden, von seltenen Orchideen bis zu wildem Fenchel und Spargeln. Zwischen den warmen Steinen wuchern zum Teil mächtige Büsche hervor, Rosmarin, Lavendel, Hagebutten, Oleander; und der Duft der wilden Minze ist unverkennbar. Unsere Gemüsegärten zehren noch heute vom Dung der dort früher weidenden Schafe und Kühe. Rehe , Wildschweine , Füchse, Hasen sind vor dem Haus unsere ständigen Gäste und finden bei uns zahlreiche  Rückzugsmöglichkeiten.

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Vom Donnerstag 23. November bis am Samstag 25. November 2017 findet im Altstadtkeller Abstieg an der Münstergasse 38 unsere Herbstdegustation statt.

 

Wo wir sind

Das Weingut „Podere Colle Castagno" liegt etwa 60 km südlich von Siena am Rande des kleinen DOC-Gebietes Montecucco. Dieses wird im Norden von den...

Über uns

Seit über einem Vierteljahrhundert produzieren wir Wein in der Toskana. Seit Beginn unserer Reise in die Welt des Weines war es unsere Philosophie...

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